Wie viele Trauzeugen sind erlaubt?

Manch einer hat gar keinen, andere wollen dafür gleich mehrere: Trauzeugen. Tatsächlich spielen Trauzeugen noch heute eine wichtige Rolle bei einer Hochzeit. Umso wichtiger ist die Entscheidung, wer Trauzeuge wird. Aber wie viele Trauzeugen sind in Deutschland erlaubt. Fest steht: Die Anzahl an Trauzeugen ist tatsächlich für Standesamt und Kirche unterschiedlich geregelt. 

Anzahl Trauzeugen beim:

  • Standesamt: bis zu zwei Trauzeugen
  • Katholische Kirche: mindestens zwei oder mehr Trauzeugen
  • Evangelische Kirche: Trauzeugen sind keine Pflicht, es geht auch ohne
  • Freie Trauung: Anzahl der Trauzeugen ist frei wählbar, sollte aber sechs nicht überschreiten 

Ja, die Wahl des Trauzeugen ist eine sehr wichtige Entscheidung, schließlich bezeugt er mit seiner Unterschrift die Eheschließung und spielt eine große Rolle bei den Vorbereitungen der Feier selbst. Umso ratsamer ist es, sich vorab genau zu überlegen, wie viele Trauzeugen man berufen möchte und wer es werden soll.

Zwischen Familienmitgliedern und engsten Freunden können sich viele Brautpaare nicht entscheiden, wer die Ehre des Trauzeugen erwiesen bekommen soll. Im folgenden möchten wir Hilfestellung geben, um die Entscheidung eventuell zu erleichtern: wo sind wie viele Trauzeugen erlaubt und möglich?

Braucht man zwei Trauzeugen?

Die Rolle des Trauzeugen ist tragend bei einer Hochzeit. Eigentlich gehört er dazu, wie das Brautpaar selbst. Oft ist es aber so, dass man sich nicht entscheiden kann und am liebsten gleich zwei Trauzeugen benennen möchte. Gängig ist es, dass sowohl die Braut als auch der Bräutigam jeweils einen Trauzeugen oder eine Trauzeugin haben. Aber ist das wirklich nötig?

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Nein. Heutzutage ist es meistens ein eher symbolischer Akt, einen Trauzeugen zu benennen. Es ist ein Zeichen von Freundschaft, Verbundenheit und Vertrauen – eben eine große Ehre.

Einzig und allein in der katholischen Kirche ist es vorgeschrieben, mindestens zwei Trauzeugen dabei zu haben. Bei standesamtlichen oder evangelischen Trauungen sowie bei den freien Zeremonien sind Trauzeugen keine Pflicht mehr.

Man kann also klar sagen, dass man zwei Trauzeugen nicht unbedingt braucht, es sei denn man heiratet katholisch.

Aber viele Menschen möchten eben auch zwei Trauzeugen. Weil es dazugehört und weil die Trauzeugen wichtige Aufgaben übernehmen (und die Eheschließung bezeugen). Trauzeugen sind den gesamten Hochzeitstag über ganz nah beim Brautpaar, bilden sozusagen die rechte Hand und sie sind auch ein wichtiger Ansprechpartner für die anderen Gäste.

Ein Trauzeuge hat die Trauringe, hält den Brautstrauß während der Trauung, bezeugt mit seiner Unterschrift die Eheschließung, halten Reden, planen die Feier und so weiter. Vor der Hochzeit sind sie wichtige Ratgeber, beispielsweise bei der Planung des Junggesellenabschiedes oder beim Kauf des Brautkleides. Sie helfen einfach sowohl vor als auch während der Hochzeit bei allen wichtigen Belangen. Auch wenn es kein Muss ist, sind zwei Trauzeugen somit durchaus nachvollziehbar. 

Wie viele Trauzeugen beim Standesamt?

Tatsächlich war es bis Ende der 1990er Jahre noch gesetzlich vorgeschrieben, dass zwei Trauzeugen benannt werden müssen, wenn man sich für eine standesamtliche Hochzeit entschließt.

Es ist mittlerweile aber auch erlaubt, ohne Trauzeugen zu heiraten. Gängig sind aber zwei Trauzeugen – einer für die Braut und einer für den Bräutigam.

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Viele Brautpaare möchten diese alte Tradition auch im Standesamt beibehalten. Hier ist lediglich zu beachten, dass der Trauzeuge mindestens 18 Jahre alt ist und einen Personalausweis bei der Trauung dabei hat.

Es gibt immer wieder das Gerücht, dass im Standesamt (fremde) Trauzeugen gestellt werden, wenn man selbst keine benannt hat. Das stimmt aber nicht. Ein Brautpaar kann auch ganz allein und ohne Trauzeugen heiraten. 

Sind 4 Trauzeugen beim Standesamt erlaubt?

Es gibt tatsächlich eine Einschränkung bei standesamtlichen Trauungen: das Maximum an Trauzeugen für das Standesamt liegt bei zwei. Also mehr als zwei Trauzeugen dürfen nicht benannt werden.

Übrigens gibt es keine Vorgabe, dass die Braut eine Frau und der Bräutigam einen Mann als Trauzeugen benennen muss. Das Geschlecht ist frei wählbar, weshalb nicht selten zwei Frauen oder zwei Männer die Trauzeugen sind. 

Wie viele Trauzeugen in der Kirche?

Obwohl allein die standesamtliche Trauung vor dem Gesetz gilt, legen viele Paare Wert auf eine Hochzeit in der Kirche. Sie möchten auch vor Gott ihre Ehe beschließen. Bei kirchlichen Trauungen kommt es darauf an, ob man katholisch oder evangelisch heiratet. Denn hierbei gibt es tatsächlich Unterschiede.

Katholische Kirche

Die katholische Kirche ist etwas strenger und setzt zwei Trauzeugen als Pflicht fest. Dabei spielt es aber keine Rolle, ob dieser selbst katholisch, Atheist oder evangelisch ist. Katholisch getauft beziehungsweise Mitglieder der katholischen Kirche muss nur das Brautpaar sein. 

Evangelische Kirche

Evangelische Trauungen sind etwas lockerer und richten sich eher nach dem Gesetz. Das heißt, es kann auch ohne Trauzeugen (evangelisch) kirchlich geheiratet werden oder aber mit bis zu vier Trauzeugen. Allerdings sollte vorab mit dem Pfarrer über die Anzahl der Trauzeugen gesprochen werden. Traditionell werden aber bei der evangelischen Trauung zwei Trauzeugen benannt. Die Trauzeugen bei evangelischen Trauungen haben keine kirchenrechtliche Funktion, wie es bei den katholischen Trauungen der Fall ist. Deshalb können keine oder ein bis vier Trauzeugen in der Regel problemlos benannt werden. Auch bei den evangelischen Trauungen muss der Trauzeuge nicht der Kirche angehören, sollten aber mindestens 14 Jahre alt sein. 

Freie Trauung: Wie viele Trauzeugen darf man haben?

Freie Trauungen werden immer beliebter, weil das Brautpaar auf diese Weise ihre Zeremonie so gestalten kann, wie es möchte. Freie Trauungen können überall stattfinden, unabhängig von der Konfession und außerhalb von oftmals langweiligen Standesämtern.

Daher ist es auch erlaubt, bei der freien Trauung bis zu sechs Trauzeugen zu benennen. Das hat vor allem für Hochzeiten in großem Stil Vorteile, denn nicht selten möchten die Bräute mehrere Brautjungfern oder Trauzeugen benennen. Aber auch hier ist es statistisch gesehen üblich, nicht mehr als zwei Trauzeugen dabei zu haben. Tradition schlägt eben jeden Trend. 

Unterschiedliche Trauzeugen beim Standesamt und Kirche/freie Trauung

Prinzipiell ist es möglich, beim Standesamt andere Trauzeugen zu benennen als in der Kirche oder bei der freien Trauung. Allerdings sollte dies vorab mit dem Standesbeamten, dem Pfarrer und/oder dem freien Redner abgesprochen werden. Aber solange man sich an die jeweiligen Regeln oder gesetzlichen Bestimmungen hält, dürfte das kein Problem darstellen. Und es ist eine wunderbare Gelegenheit, gleich mehreren Menschen eine Freude zu machen, in dem man sie zu Trauzeugen ernennt und niemand kommt zu kurz. 

Zusammenfassung

  • Beim Standesamt sind Trauzeugen keine Pflicht mehr. Es sind aber maximal zwei Trauzeugen erlaubt
  • Bei katholischen Trauungen sind mindestens zwei Trauzeugen Pflicht.
  • Bei evangelischen Trauungen sind Trauzeugen keine Pflicht mehr
  • Bei freien Trauungen können bis zu maximal sechs Trauzeugen benannt werden
  • Bei standesamtlichen und freien Trauungen muss der Trauzeuge mindestens 18 Jahre alt sein
  • Bei kirchlichen Trauungen müssen die Trauzeugen mindestens 14 Jahre alt sein
  • Die Konfession der Trauzeugen ist bei kirchlichen Trauungen nicht relevant
  • Man kann bei mehreren Trauungen verschiedene Trauzeugen benennen, sofern man dies mit Standesbeamtem/Pfarrer/freiem Redner abstimmt